Yva West: Nineties Neonträume

Dieses Mädchen ist ein Phänomen. Sie entwickelt ihre Ideen in Wort, Bild und Video und bleibt dabei kompromisslos ihrem eigenen Vintage-Neon-Stil treu. Eine ungewöhnliche Haltung im Zeitalter des Herzchenverteilens und der Reichweitenzählung. Ich folge ihr und ihrer Vorliebe für Oldtimer, Sommerfantasien in Hyper-Farben schon länger.

Wie lange machst du deine digitale Kunst schon?

Yva: “Das Schreiben seit dem ich 14 bin und die digitale Fotografie, bewusst, seit 2013.”

Was inspiriert dich zu deinen Bildern, Videos und Texten?

Yva: “Vor allem beschäftigen mich Erinnerungen und Psyche. Sie fächern auf, was wir sind und sein wollen. Ich bin ein Mensch, der viel gedanklich in der Vergangenheit lebt. Aber nicht, weil mir die Zukunft Angst macht, oder ich gerne alles von früher wieder hätte, sondern weil sich das Gefühl „bewusst zu sein“ aus welchen Erinnerungen man besteht, einfach gut anfühlt. Es ist eine Vergangenheitsmelancholie.
Aber mich inspiriert einfach alles. Klingt komisch, ist aber so.

Durch meine Synästhesie erhält alles, was ich sehe einen weiteren Sinneseindruck und wenn ich in der richtigen Stimmung bin, inspiriert mich das.

Zusätzlich dazu können digitale Werke als Inspiration dienen oder auch reale Menschen. Dazu gehören gerade Kurtwolf, Ben Bernschneider, David Anthony und Marla Catherine. Bei Personen, die mich inspirieren, ist nicht immer das, was mich inspiriert, dass was oberflächlich zu sehen ist. Es ist wie eine Art kennenlernen, aber nur im Kopf. Ich versuche so zu denken, zu verstehen, warum findet diese Person dies schön und das nicht. Was hält sie daran, so zu sein und wieso empfindet sie so. Das macht für mich die Inspiration aus. Auch wenn es vielleicht Personen gibt, die nur über Mode bloggen, finde ich für mich das Fünkchen Mensch dahinter, was ich als Inspiration nutzen kann.

Und nicht zuletzt, einer der wichtigsten Inspirationsquellen finde ich in meinen Freunden fraeulein.albin, tobiasheymannfotografie, marcostarke.photography zum Beispiel.”

MILK CHAOS. from YVPRYSM on Vimeo.

Woran arbeitest du im Moment?

Yva: “Mich selbst als Mensch in meine Kunst zu integrieren, diesmal als Motiv. Gedanklich bin ich ja fest verwachsen damit.
Das Schöne daran ist, ich lerne viele Menschen und Künstler kennen, die vorher noch keinen Bezug zu meiner Kunst hatten. Aber jetzt, wo ich etwas von meinen verrückten Gesichtern, Geschichten und Ideen zu mir als Person preisgebe, darf ich viele neue Leute kennenlernen und das ist aufregend.”

Was interessiert dich noch ausser der Kunst?

Yva: “Ich interessiere mich für die Technik und die Schönheit der Oldtimer. Lerne seit 2 Jahren privat dadurch viele nette Leute, die mir zeigen, wie diese alten Monster gepflegt und repariert werden können.
Und beruflich? Als technische Redakteurin in einem technisch orientieren Unternehmen. So zumindest der Plan.”

Was gefällt dir an Leipzig?

Yva: “Es ist meine Heimat. Ein Teil davon. In Leipzig geboren und aufgewachsen. Ist es der zweite Anker zwischen den realen Leben und der Kindheit, die ich im Sommer immer an der Ostsee verbracht habe.”

Leipzig ist toll, weil es so klein und herzlich ist. Strebt nach größerem wie Berlin, aber bleibt für mich auf dem Boden. Ich mag, wie jedes Viertel seine eigenen Geschichten hat, und wenn man den Menschen dort zuhört, viel Schönes erfahren kann.”

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